Kein Stress am Morgen: Prälat-Diehl-Schule aus Groß-Gerau gewinnt Landesentscheid um beste Geschäftsidee

Ein Schulranzen-Scanner mit Erinnerungsfunktion – mit ihrer Geschäftsidee „LIA“ konnten eine Schülerin und vier Schüler der Prälat-Diehl-Schule den digital durchgeführten Landesentscheid Frankfurt von business@school gewinnen. Damit hat sich das Team für das Deutschlandfinale im Juni qualifiziert, bei dem es mit neun weiteren Teams aus ganz Deutschland um den Sieg konkurrieren wird. Drei zweite Plätze erreichten Teams aus Amöneburg, Darmstadt und Geisenheim.

Frankfurt, 14. Mai 2021. „Meine Mutter hat früher viel Zeit damit verbracht, um zu prüfen, ob ich wirklich alles für die Schule eingepackt hatte. Auch heute kommt es ab und zu noch vor, dass wir etwas vergessen“, erzählt Teamsprecher Fabian (17). Zusammen mit Elon (17), Luca (17), Simon (17) und Sophie (16) hat er sich dieses Problems angenommen, eine Lösung gegen den morgendlichen Schulstress gefunden und sogar schon einen Prototyp gebaut: Der Schulranzen-Scanner „LIA“ kennt den Stundenplan des Kindes, scannt den Ranzen und weist auf vergessene Materialien hin. Die Idee des Teams überzeugte die Jury des Landesentscheids Frankfurt von business@school, der Bildungsinitiative der internationalen Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG).

Virtuelle Live-Präsentation vor hochkarätiger Jury

Trotz Schulschließungen und Distanzlernen arbeiteten insgesamt mehr als 1.000 Oberstufenschülerinnen und ‑schüler von rund 70 Schulen mit viel Eigen­initiative und in digitaler Teamarbeit beeindruckende Geschäftsideen samt Businessplänen aus. Ihre Lehrkräfte sowie rund 400 Betreuerinnen und Betreuer von mehr als 20 namhaften Wirtschaftsunternehmen und von BCG unterstützten sie dabei. Karin Zwer von der Lufthansa Group betreute das Team aus Groß-Gerau. „Wir haben sehr viel Zeit in Videokonferenzen verbracht. Aber durch den Online-Unterricht konnten wir flexibler an unserer Idee arbeiten“, berichtet Fabian. „Besonders die Finanzplanung war herausfordernd, und unsere Excel-Tabellen wurden sehr schnell sehr komplex. Klar, jeder fände Millionenumsätze toll, aber wir mussten uns immer wieder fragen, ob die Zahlen realistisch sind oder nicht doch auf einem Rechenfehler basieren.“

Ihre Geschäftsideen präsentierten die Teams beim Landesentscheid Frankfurt live in einer Videokonferenz, anschließend beantworteten sie die kritischen Fragen der Jury. Diese zeigte sich sehr angetan von den Ideen und den durchdachten Businessplänen: „Ich engagiere mich gern, weil Bildungsinitiativen wie business@school dazu beitragen, Gründen als Karriereweg schon im Schulalter in die Köpfe des Nachwuchses zu bringen. Träume entstehen in der Kindheit. Wer in der Schulzeit praxisnah das Rüstzeug an die Hand bekommt, um innovative Ideen zu entwickeln, denkt vielleicht auch später daran, selbst zu gründen und so die Zukunft mitzugestalten“, betont Jurymitglied Dr. Christopher Oster, CEO der Clark Germany GmbH.

Die Jury bestand aus:

  • Dr. Roland Bosch, Vorsitzender des Aufsichtsrats, Danzer Holding AG
  • Harald Deprosse, Managing Director, Miles & More GmbH
  • Dominik Dürschlag, Mitglied des Vorstands, Aareal Estate AG
  • Daniel Kapffer, CFO/COO, DekaBank
  • Stephan Kurzawski, Mitglied der Geschäftsleitung, Messe Frankfurt GmbH
  • Dr. Christopher Oster, CEO, Clark Germany GmbH
  • Rolf Wetzel, Group CFO, Heraeus Holding GmbH
  • Gerd Wübbels, Managing Director and Partner, Boston Consulting Group

Teams aus Amöneburg, Darmstadt und Geisenheim auf Platz zwei

Aufgrund der vielen guten Ideen fiel der Jury die Entscheidung nicht leicht. Den zweiten Platz teilten sich die Teams aus Amöneburg, Darmstadt und Geisenheim.

  • Mit „flavorlid“ präsentierten Esther (17), Teamsprecher Jonas (18), Paul-Rudolf (17), Sarah-Celine (17) und Simon (18) von der Stiftsschule St. Johann aus Amöneburg einen Flaschenaufsatz zur richtigen Dosierung von Sirup. Der Sirup im Aufsatz wird erst beim Ausschütten mit dem Wasser in der Flasche gemischt, sodass die Flasche zudem sauber von Sirup bleibt.
  • Das Team von der Lichtenbergschule aus Darmstadt stellte ein RFID-basiertes Anwesenheitssystem für Bildungseinrichtungen vor. Mit „IRUS“ von Ayman (17), Carl (17) und Teamsprecher Jannis (17) könnten Schülerinnen und Schüler sich in den Unterricht einscannen, und über die zugehörige Website werden Abwesenheiten und Verspätungen verwaltet.
  • Die Dachbeschichtung „OxyRoof“ betreibt mithilfe von Algen und Pilzen Photosynthese und produziert so als kostengünstige und pflegeleichte Alternative zur aufwändigen Dachbegrünung Sauerstoff. Diese Idee haben Jannis (17), Max (17), Teamsprecher Milo (16), Nikolas (15) und Thomas (18) von der Internatsschule Schloss Hansenberg aus Geisenheim entwickelt.

Am Landesentscheid Frankfurt nahmen insgesamt acht Teams teil:

  • Bischof-Neumann-Schule, Königstein: Functional Chair – Arbeitssessel mit vielfältigen Funktionen
  • Graf-Stauffenberg-Gymnasium, Flörsheim: Solis – natürliches Trocken­shampoo mit UV-Schutz
  • Internatsschule Schloss Hansenberg, Geisenheim: OxyRoof – Dachbeschichtung zur Produktion von Sauerstoff
  • Leibnizschule, Wiesbaden: What’s in my Schrank? – Lebensmittel­vorrats-App mit Rezeptvorschlägen
  • Lichtenbergschule, Darmstadt: IRUS – RFID-basiertes Anwesenheits­system für Bildungseinrichtungen
  • Liebigschule, Frankfurt: Smart Brix – nachhaltige und smarte Zahnspangenbox
  • Prälat-Diehl-Schule, Groß-Gerau: LIA – Schulranzen-Scanner mit Erinnerungsfunktion
  • Stiftsschule St. Johann, Amöneburg: flavorlid – Flaschenaufsatz zur richtigen Dosierung von Sirup