Schülerteams aus Daun und Köln gewinnen Landesentscheide um beste Geschäftsidee

Zwei Schülerteams des Thomas-Morus-Gymnasium in Daun und der Erzbischöflichen Liebfrauenschule in Köln setzten sich mit ihren Geschäftsideen gegen weitere Teams aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durch. Ihre Ideen: vegane sowie glutenfreie Waffelbackmischungen und nachhaltiges Konfetti aus verwelkten Blumen. Durch den Sieg in den Landesentscheiden Bonn und Köln von business@school haben sich die Teams für das Deutschlandfinale im Juni qualifiziert, bei dem sie auf Schülerteams aus ganz Deutschland treffen werden. 

Bonn/Köln, 17. Mai 2022. „In der Phase der Produktentwicklung gab es auch die eine oder andere misslungene Waffel“, schmunzelt Jana (16), Mitglied des siegreichen Teams des Thomas-Morus-Gymnasiums Daun. Aber das Ergebnis überzeugt: Zusammen mit Emilia K. (16), Emilia D. (16) und Nelly (17) hat Jana die Waffelfertigteigmischungen „Våfflour“ in zwei verschiedenen Geschmacksrichtungen entwickelt. Die sind vegan, gluten- und laktosefrei sowie frei von Zuckerzusatz – eine Marktneuheit. „Wir wollten, dass wirklich alle mitessen können. Jana und ich essen oft vegan, Nellys Mutter ist Diabetikerin. Da wird es mit normalen Backmischungen schon schwierig“, erzählt Emilia K. Mit seiner Idee überzeugte das Team die Jury des Landesentscheids Bonn von business@school, der Bildungsinitiative der internationalen Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG). Auch eine Kostprobe gab es für die Jury. „Warm schmecken die Waffeln besser als kalt. Aber sie sind locker, luftig und wirklich lecker. Ich glaube, die Sorte mit Schokolade ist bei der Jury am besten angekommen“, so Nelly. 

Beim Landesentscheid Köln hatte das Team der Erzbischöflichen Liebfrauenschule die Nase vorn. Die Idee von Brian (17), Greta (17), Leif (17), Lotta (17), Sofiya (15) und Vita (17): „ReFlower“, abbaubares Konfetti aus verwelkten Blumen und Altpapier. Mit seinem Produkt will das Team das Feiern mit Nachhaltigkeit verbinden, zum Beispiel auf Hochzeiten oder auch beim Kölner Karneval. „Das Verfahren zur Herstellung haben wir selbst entwickelt – einfach durch Ausprobieren“, erklärt Greta. „Um die Farbe zu erhalten, werden die Blumen gefriergetrocknet.“ Das Konfetti besteht zu 60 Prozent aus Blumen und zu 40 Prozent aus Altpapier. Und das Team hat bereits Ideen zur Weiterentwicklung, erzählt Sofiya: „Wir können uns gut vorstellen, in Zukunft Konfetti aus Orangen- oder Kartoffelschalen auszuprobieren. Das sollte auch funktionieren.“

Präsentation vor hochkarätiger Jury zum Abschluss des Projektjahres
Mehr als 1.000 Oberstufenschülerinnen und -schüler von rund 70 Schulen tauchten in diesem Schuljahr in drei Phasen in die Wirtschaft ein. Als Höhepunkt testeten die Jugendlichen ihre Gründerfähigkeiten und arbeiteten beeindruckende Geschäftsideen aus. Ihre Lehrkräfte sowie rund 400 Betreuerinnen und Betreuer von mehr als 20 namhaften Wirtschaftsunternehmen und von BCG unterstützten sie dabei. „Neben dem wirtschaftlichen Verständnis erhält man einen wertvollen Einblick in die Praxis. Das hilft sicher auch weiter, wenn es darum geht, was man nach der Schule machen möchte“, berichtet Jana vom Siegerteam aus Daun.

Die besten Teams aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz präsentierten ihre Geschäftsideen bei den Landesentscheiden Bonn (am Friedrich-Ebert-Gymnasium) und Köln (am Erzbischöflichen Irmgardis-Gymnasium) und beantworteten anschließend die kritischen Fragen der Jurys. Diese zeigten sich sehr angetan von den Ideen und den durchdachten Businessplänen: „Es berührt mich zu sehen, wie sehr viele der Businessmodelle mit Fragen der Nachhaltigkeit verknüpft sind. Diese Generation zu erleben, macht Lust und Hoffnung auf die Zukunft“, betont Jurymitglied Dr. Raphael von Hoensbroech, Intendant und Geschäftsführer des Konzerthauses Dortmund.

Starke Konkurrenz aus Bad Honnef, Bonn, Bergisch Gladbach, Frechen und Köln
Angesichts der zahlreichen guten Ideen fiel den Jurys die Entscheidung nicht leicht. In Bonn präsentieren vier weitere Teams ihre Ideen:

  • Dennis (16), Jonas (17), Paula (17), Sebastian (17) und Simon (16) vom Städtischen Siebengebirgsgymnasium in Bad Honnef präsentierten das nachhaltige Sitzkissen „Sentado“. Mit Füllmaterial aus recycelten und geschredderten Altkleidern und einem Kissenbezug aus recycelten Altkleiderfasern können wertvolle Ressourcen eingespart werden.
  • Adrian (16), Fiedje (17), Lena (16) und Linus (17) vom Ernst-Kalkuhl-Gymnasium in Bonn zeigten einen Smart-Home-Würfel, der die Bedienung verschiedenster Geräte vereinfachen soll. Mit dem „QB-do“ können die Nutzerinnen und Nutzer individuell einstellen, welche Anwendungen wie gesteuert werden – ohne dafür einzelne Apps nutzen zu müssen.
  • Eine App für Online-Nachhilfe, um Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte miteinander zu vernetzen – das ist die Idee von Charlotte (17), Lukas (17), Malak (17), Mathilde (16), Paul (17) und Taina (17). Im „Lerncafé“ des Teams vom Friedrich-Ebert-Gymnasium in Bonn findet so jeder die passende Nachhilfe an der eigenen Schule.
  • Das Team des Kardinal-Frings-Gymnasiums in Bonn stellte „LearnGap“ vor, eine App, die in Lektionen und Spielen ökonomische Grundlagen vermittelt. Die Idee von David (17), Jan Luca (17), Julius (17), Luis (16) und Tim (16) richtet sich unter anderem an Schulen und soll die fehlende finanzielle Grundbildung von Jugendlichen beheben.

Die Jury in Bonn bestand aus:

  • Michael Erfert, VP Sales, Distribution & Digital Managing Director, Eurowings Digital GmbH
  • Frank Hüppelshäuser, Geschäftsführer, Frank Hüppelshäuser Advisory
  • Dr. Dominic Klemmer, Managing Director and Partner, Boston Consulting Group
  • Dr. Juliane Kronen, Geschäftsführerin, innatura gGmbH
  • Dr. Nils Reich, Vorstand, AXA Konzern AG

In Köln traten vier weitere Teams an:

  • Jonas (17), Lukas (17), Tim (17) und Timon (17) vom Otto-Hahn-Gymnasium Bensberg in Bergisch Gladbach zeigten eine App für die effiziente Routenführung im Supermarkt. Mit „MarketMaps“ gehört die lange Suche nach einem bestimmten Produkt der Vergangenheit an.
  • Eine App, die das optimale Tennis-Racket vorschlägt – das ist die Idee von Ole (17), Panagiotis (17) und Tim (16) vom Gymnasium Frechen. Auf Basis der Kundenantworten bestimmt die App „Te-Fi“ mit einem Algorithmus eine individuell angepasste Auswahl.
  • Das Team des Erzbischöflichen Irmgardis-Gymnasiums in Köln will das Ski-Erlebnis mit „Skiquick“ effizienter und entspannter machen. Die App von Bona (17), Cosima (16), Johann (16), Laura (16) und Paula (17) enthält neben einem Routenplaner auch eine Wartezeitenanzeige für die Lifte.
  • Art (16), Bernhard (16), Florian (17), Nikolas (17) und Noah (17) vom Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Köln stellten „US“ vor, eine Allrounder-App, die das Zusammenkommen von Familien und Freundesgruppen vereinfacht. Kalender, Chat und Planung sind nur drei der vielfältigen Bereiche in der App.

Die Jury in Köln bestand aus:

  • Dr. Roland Bosch, Geschäftsführer, WOLFF & MÜLLER Holding GmbH & Co. KG
  • Jonas Jansen, Wirtschaftskorrespondent, Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
  • Dr. Gerhard Kebbel, Mitglied des Vorstands, Frankfurter Bankgesellschaft (Deutschland) AG
  • Dr. Raphael von Hoensbroech, Intendant und Geschäftsführer, Konzerthaus Dortmund
  • Dr. Rüdiger von Stengel, Founding Partner, Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG
  • Annika Zawadzki, Managing Director and Partner, Boston Consulting Group